180 Grad Drehung aus dem Stand

Der 180° ("0ne-Eighty") ist eine halbe Umdrehung um die Körperachse. In der Regel landet das Vorderrad, wo das Hinterrad war und umgekehrt.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Varianten des 180° aus dem Stand.

Beim konventionellen 180° wird in beide Drehrichtungen gesprungen. Leichter ist es aber gegen den Uhrzeigersinn bei rechtem Fuss vorne und umgekehrt. Der Absprung erfolgt von beiden Rädern aus gleichzeitig. Beide Räder bleiben blockiert, die Bremsen gezogen. Eigentlich ist diese Variante des 180° einfacher zu verstehen und zu erlernen. Oft hat man aber einfach zu wenig Kraft, um auf diese Weise eine halbe Drehung zu schaffen (leichter Fahrer, schweres Bike). Der Tret-180° (unten beschrieben) hingegen ist etwas schwerer zu erlernen, aber einiges weniger kraftaufwändig.

Der Bewegungsablauf ist folgender:

  • Vor dem Absprung musst du seitlich sehr gut ausbalanciert sein, damit du am gleichen Ort wieder landest und gleich wieder im Gleichgewicht bist. Dazu machst du kleine Hüpfer auf der Stelle oder stehst im Trackstand.
  • du gehst stark in die Knie und verdrehst den Oberkörper so weit wie möglich entgegengesetzt der Drehrichtung, also meistens zur Seite des vorderen Pedals.
  • Nun springst du explosiv weg, wobei du den Oberkörper gleichzeitingin mitdrehst. Dadurch erhältst du die nötige Rotation. Das Bike ziehst du mit den Händen und Füssen gleichmässig nach oben.
  • Sehr wichtig: Kurz nach dem Absprung muss dein Blick schon auf die Landepunkte von Vorder- und Hinterrad zeigen, du drehst den Kopf also so weit wie möglich über die Schulter. Um an der richtigen Stelle zu landen, solltest du diese so früh wie möglich sehen, denn die Sprungdauer ist sehr kurz. Nur so hast du, wenn nötig, noch genug Zeit, um zu korrigieren.
  • Bei der Landung, die auf beiden Rädern gleichzeitig erfolgt, musst du die Rotation wieder abbremsen. Dazu drehst du, noch in der Luft, das Bike unter dir in Drehrichtung. So kann der Körper nach der Landung noch weiter drehen, um eben die Rotation sanft abzubremsen.

Beim Tret-180° dreht man sich ausschliesslich in Richtung des vorderen Pedals um die eigene Achse. Der Absprung erfolgt vom Hinterrad aus, mit einem leichten Tritt ins Pedal. Gelandet wird meistens auf beide Räder gleichzeitig.
Der Tritt ins Pedal erleichtert den Absprung zur Drehung erheblich. Selbst mit einem sehr schweren Bike sieht der 180 spielend aus. Ausserdem lässt sich die Landung genauer platzieren, z.B. auf einem schmalen Objekt.

Warum eigentlich ist der Tret-180° so viel kraftsparender als der konventionelle 180°? Das Bike hat eine gewisse Trägheit. Um es in eine Drehbewegung zu versetzen, muss man es beschleunigen. Da die Sprungdauer nur sehr kurz ist, muss die Rotation des Bikes schnell genug sein, damit man die halbe Umdrehung schafft. Je länger man Zeit hat, das Bike zu beschleunigen, desto weniger Kraft muss man aufwänden, um eine ausreichend grosse Rotationsgeschwindigkeit zu erreichen, und das ist genau der Punkt. Denn beim Tret-180° kann man länger, aber mit geringerem Kraftaufwand beschleunigen, indem sich das Vorderrad zuerst in Drehrichtung zu bewegen beginnt und erst unmittelbar danach das Hinterrad. Zum Vergleich: Gerade nach oben springt man auch um ein vielfaches höher, wenn man das Vorderrad vor dem Hinterrad in die Höhe reisst, statt beide Räder gleichzeitig, denn das Bike wird langsamer und dafür stärker beschleunigt.

Der Bewegungsablauf ist eigentlich sehr schwer zu erklären. Am besten schaust du dir immer wieder das Video an, du kannst langsam Bild für Bild durchgehen, indem du den Seek-Bar im Video-Player hin und her bewegst. du musst versuchen, nachzuvollziehen, wie sich der Bewegung anfühlt.
Ich habe trotzdem versucht, einige wichtige Punkte aufzulisten, die dich schneller zum Erfolg führen sollen.

  • Vor dem Absprung musst du seitlich absolut ausbalanciert sein, damit du möglichst wieder auf derselben Stelle landest. Dazu stehst du im Trackstand, das Vorderrad ist also zur Seite des hinteren Pedals eingeschlagen.
  • Dein Oberkörper und das Knie des hinteren Fusses sind leicht entgegen der bevorstehenden Drehung abgedreht. In dieser Position bleibst du, bis die Balance stimmt.
  • Genau in diesem Augenblick springst du ab, was der verzwickteste Teil der ganzen Sache ist, denn hier muss alles stimmen!
    • du gibst Druck aufs vordere Pedal und fängst an, Oberkörper und Lenker in Drehrichtung zu bewegen. Du solltest gerade über dem Bike stehen, mit nur wenig Rücklage, sonst landest du anschliessend auf dem Hinterrad statt auf beiden Rädern gleichzeitig. Etwas Rücklage brauchst du aber, denn der eigentliche Absprung erfolgt vom Hinterrad aus!
    • Beim eigentlichen Absprung musst du tatsächlich ein wenig ins Pedal treten! Du ziehst den Lenker zu den Hüften, löst die Hinterradbremse, gibst einen kurzen Tritt ins Pedal und verdrehst den Körper in Sprungdrehrichtung.
    • Sehr wichtig: Kurz nach dem Absprung muss dein Blick schon auf die Landefläche von Vorder- und Hinterrad zeigen, du drehst den Kopf also so weit wie möglich über die Schulter. Um an der richtigen Stelle zu landen, solltest du diese so früh wie möglich sehen, denn die Sprungdauer ist sehr kurz. Nur so hast du, wenn nötig, noch genug Zeit, um zu korrigieren.
  • Bei der Landung, die meistens auf beiden Rädern gleichzeitig erfolgt, musst du die Rotation wieder abbremsen. Dazu drehst du, noch in der Luft, das Bike unter dir in Drehrichtung. So kann der Körper nach der Landung noch weiter drehen, um eben die Rotation sanft abzubremsen.


Geändert am Donnerstag, 23. Januar 2014
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